30 Apr. Prinz vs. Frosch | Podcast #7
Prinz vs. Frosch | Podcast #7
Wie ein Perspektivwechsel deine Beziehung verändern kann
Manchmal geraten wir in Beziehungen in die Falle, ständig zu vergleichen und das Negative zu sehen. Aber was, wenn ein kleiner Perspektivwechsel alles verändern könnte? Ein bewusster Fokus auf das Positive kann nicht nur deine Beziehung, sondern auch dein eigenes Wohlbefinden auf ein neues Level heben.
DIE FALLE DES VERGLEICHENS UND DER NEGATIVFOKUSSIERUNG
Eine Klientin berichtete, wie sie sich zunehmend schlecht fühlte, wenn ihre Freundinnen von ihren „aufmerksamen“ oder „romantischen“ Partnern sprachen. Sie begann, ihren eigenen Partner zu vergleichen – und sah nur noch das, was er nicht tat. Diese Fixierung auf das Defizit machte sie unglücklich – und ihn ebenso. Die Beziehung geriet in eine Schieflage, obwohl objektiv vieles da war: Verlässlichkeit, Fürsorge, Zuwendung. Doch der Blick war verstellt.
DER WENDEPUNKT: FRISCHER WIND DURCH PERSPEKTIVWECHSEL
Der Wendepunkt kam, als sie begann, sich bewusst auf das zu konzentrieren, was da war – nicht auf das, was fehlte. Inspiriert durch Gary Chapmans „5 Sprachen der Liebe“ erkannte sie: Ihr Partner drückt Liebe anders aus, als sie es erwartet – aber er tut es. Nicht durch Worte, sondern durch kleine Dienste, Zuverlässigkeit, praktische Hilfe. Diese neue Sichtweise brachte eine erstaunliche Wende: Ihre eigene Stimmung besserte sich – und auch die Beziehung begann, sich spürbar zu verändern.
POSITIVE EFFEKTE: EIN BOOST FÜR BEIDE SEITEN
Durch diese echte, gezielte Wertschätzung erlebte sie nicht nur mehr Verbindung zu ihm – auch ihr eigener Selbstwert wurde gestärkt. Und noch etwas geschah: Ihr Partner blühte förmlich auf. Indem er sich gesehen fühlte, verschwanden innere Blockaden. Er wurde wieder kreativ, zugewandt, verspielt. Die Lust am Geben – einst verschüttet – kam zurück. So entstand eine neue Dynamik: Keine erzwungene Veränderung, sondern eine, die durch gegenseitige Wertschätzung ganz natürlich entstand.
PRAKTISCHER IMPULS: DAS ERBSEN-SPIEL
Ein kleines Spiel, damals von meiner Tochter mitgebracht aus dem Kindergarten, auch für Grosse geeignet – mit großer Wirkung: Das Erbsen-Spiel. Am Morgen steckst du dir 5–10 Erbsen (getrocknete😉) in eine Hosentasche. Immer wenn dir tagsüber etwas Positives an deinem Partner auffällt – wandert eine Erbse in die andere Tasche. Abends zählst du: Wie viele Glücksmomente hast du heute bewusst wahrgenommen? Diese einfache Übung macht sichtbar, was im Beziehungsalltag oft übersehen wird – und schafft neue emotionale Nähe.
ECHTE WERTSCHÄTZUNG STATT MANIPULATION
Gary Chapman betont: Es geht nicht um Taktik, sondern um authentische Anerkennung. Und die wirkt – tief. Sie stärkt beide: den Partner, der sich gesehen fühlt, und dich selbst – weil du erkennst, wie viel Gutes da ist.
Ein Beispiel aus Chapmans Buch bringt das auf den Punkt: Eine Frau beklagte sich über ihr seit Jahren unrenoviertes Schlafzimmer. Sie hatte ihren Mann oft darauf angesprochen – ohne Ergebnis. Chapmans Rat: Sprich es nicht mehr an. Stattdessen: Sende ihm ehrliche, anerkennende Botschaften für das, was er tut. Drei Wochen später kam sie zurück – überrascht, fast ungläubig: „Ich hab’s wirklich nicht mehr erwähnt. Und das Schlafzimmer ist renoviert.“
So einfach? Nicht immer. Aber möglich. Wenn wir unseren Fokus verändern, verändert sich oft auch unser Gegenüber.
SELBSTWERT & BEZIEHUNG: ES BEGINNT BEI DIR
Denn manchmal geht es nicht nur um ihn. Sondern auch um dich. Um deinen Blick. Deinen inneren Wert. Wenn du deinen eigenen Selbstwert spürst, siehst du auch das Gute im anderen wieder klarer. Nicht aus Naivität – sondern aus innerer Stärke. Dein Blick auf ihn beginnt mit deinem Blick auf dich.
FROSCH ODER PRINZ – WORAUF DU DEINEN BLICK RICHTEST
Vielleicht ist dein Partner nicht perfekt. Vielleicht hat er Fehler, blinde Flecken, Seiten, die dich herausfordern.
Aber war er nicht irgendwann einmal dein Prinz? Der Mensch, in den du dich verliebt hast – mit allem, was dich berührt hat?
Wenn du heute oft nur noch den Frosch siehst, dann frag dich:
Liegt es an ihm – oder an dem Blick, den du auf ihn richtest?
Denn genau dort beginnt Veränderung:
– nicht in Druck, sondern in Anerkennung
– nicht im Vergleichen, sondern im Würdigen
– nicht im Wunsch nach einem anderen Menschen – sondern im Mut, wieder zu sehen, was längst da ist
Und vielleicht wirst du merken:
Er war nie weg.
Der Prinz ist noch da.
Du hast vielleicht nur verlernt, ihn zu sehen.
Herzlich, deine Susanne
BUCHEMPFEHLUNGEN ZUM THEMA WERTSCHÄTZUNG & VERBINDUNG
“Die 5 Sprachen der Liebe – Wie Kommunikation in der Partnerschaft gelingt”, Gary Chapman
“Die 5 Sprachen der Liebe – für Familien”, Gary Chapman
Usw.
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Herzliche Grüsse
Susanne