Eiskalt erwischt: Warum ich plötzlich über Feminismus nachdenke & Dein Power-Couple-Guide

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Eiskalt erwischt: Warum ich plötzlich über Feminismus nachdenke & Dein Power-Couple-Guide

Ich muss zugeben, ich bin eigentlich so ziemlich das Gegenteil einer klassischen Feministin. Familie steht bei mir an erster Stelle, und ich liebe es, wenn traditionelle Rollenmodelle Platz haben. Dieser ganze „Gender-Kram“ hat mich eigentlich nie wirklich interessiert, und wenn meine Tochter mit Frauenrechten anfing, habe ich zugegebenermassen oft nur mit halbem Ohr zugehört.

Und dann – eiskalt erwischt – stehe ich plötzlich da und merke, dass mich dieses Thema sehr wohl betrifft. Beruflich als auch persönlich. Es ist fast ironisch: Ich wollte nie eine von denen sein, die überall einen feministischen Bezug hergestellt. So vollkommen an den Haaren herbeigezogen. Umsomehr überraschte es mich, als ich bemerkte, dass diese alten Geschichten von Benachteiligung und „nicht ernst genommen werden“ in mir Gefühlsregungen wecken, die ich sonst vielleicht übersehen oder belächelt hätte.

Genau jetzt, wo ich mich aufgrund meiner paartherapeutischen Sitzungen immer noch spezifischer mit der weiblichen Wut auseinandersetze, springt mich eine Szene aus meiner eigenen Kindheit an: Ich, als kleines Mädchen, das auf einem Spaziergang frustriert weinend auf den Boden sinkt, weil die Strecke zu weit, die Beine zu kurz sind. Und statt Trost zu finden, wird es ausgelacht, das Mädchen – von der eigenen Familie, die es vielleicht nicht böse meint, aber damit genau dieses Gefühl hinterlässt: Nicht ernst genommen zu werden. Belächelt zu werden. Dieses Bild hat sich tief eingebrannt. Und in mir garantiert einen grossen Schmerz hinterlassen und unendlich viel Scham hervorgerufen.

Und als ob das noch nicht genug war, erinnerte ich mich an die nächste Begebenheit von «Das kenn ich doch, das Gefühl, nicht für voll genommen zu werden» und landete in meiner Schulzeit: Die Jungs, die in Mathematik glänzten, wurden hofiert, während Mädchen wie ich oft übersehen wurden, wenn sie nicht gerade Eltern hatten, die sich in der Schulpflege engagierten. Das war der Boden, auf dem dieses Gefühl wuchs: Mädchen mussten sich doppelt beweisen, während die Jungs mit ihren tollen Mathenoten oft ganz selbstverständlich den Weg aufs Gymnasium fanden. Es war, als ob man als Mädchen immer noch ein bisschen mehr kämpfen musste, um wirklich gesehen zu werden. Und all das habe ich in meinem Leben mitgetragen, ohne es groß zu beachten – bis ich merkte, dass es in meiner eigenen Beziehung genau dieses alte Muster ist, das mich triggert.

Es geht mir keineswegs darum, Männer schlecht zu machen, sondern zu verstehen, dass manche Verletzungen tief sitzen. In meiner Praxis arbeite ich tagtäglich mitunter genau mit diesen Paaren, die sich in dieser Dynamik bewegen. Und zu verstehen, was diese Frauen wirklich bewegt und zu spüren, welche Distanz ihre Verhaltensweisen in der Paarbeziehung verursachen – ist unendlich wichtig für eine gelingende Paartherapie, wo sich beide nichts sehnlicher wünschen, als wieder Nähe und Vertrauen zu erleben.

Und umso wichtiger ist es, meine eigene persönliche Erfahrung zu ergründen. Denn auch ich fühlte mich lange Jahre als die “wütende, nörgelnde Ehefrau”, deren Mann es ihr sowieso nie recht machen konnte. Oberflächlich betrachtet ging es mir darum, die nötige Unterstützung und Verantwortungsübernahme meines Mannes garantiert zu bekommen. Vordergründig ging es um 50/50-Engagement, Aufteilen, Abzählen, Rechnen. Und schlussendlich irgendwie um Gerechtigkeit. Nun, es fiel mir wie Schuppen von den Augen. Nie ging es darum. Was wirklich dahinter steckte, war das Gefühl: Ernst genommen zu werden. Nie ging es darum, dass ich all meinen Einsatz nicht gerne leistete. Nein. Ich bin das geborene Muttertier. Es ging darum, anerkannt und verstanden zu sein. Gewürdigt und gewertschätzt dafür, dass ich mir meinen Allerwertesten – jeden Tag von Neuem – aufriss. Und es wirklich – gerne tat. Ich liebe meine Kinder. Liebe meinen Mann, meinen Hund. Mein Zuhause. Meine Arbeit auch. ABER, ich wollte einfach unendlich sicher sein, dass ich damit richtig lag. Ernst genommen werde. Gesehen werde. Ich sicher bin darin. Mit meinem Mann. Und natürlich wollte ich es nicht alleine tun. Aber es war ein Irrglaube, dass es lediglich um gerechtes Aufteilen ging.

Liebe Leserin, lieber Leser, endlich ist bei mir der Groschen gefallen. Und das wird mir vermutlich auch in meinen zukünftigen Therapiesitzungen von grossem Nutzen sein.

Es ging also wirklich gar nie darum, eine große feministische Debatte anzuzetteln, sondern einfach darum zu verstehen, woher diese «weibliche Wut» kommt. Was das grosse Verlangen dahinter sein kann. Und wie wichtig es ist, die Unterschiede zu erkennen.

Ja, also sitze ich nun hier, «töggele» all diese Zeilen hier. Ich, die ein grosser Fan von traditionellen Familienwerten und die mit all dem «modernen» Gender-Thema nichts am Hut hat. Und die plötzlich merkt: Diese alten Geschichten vom Gefühl des Nicht-ernst-genommen-werdens haben mich doch geprägt.

Am Ende geht es darum, einen Raum zu schaffen, in dem wir solche Gefühle zulassen dürfen, ohne dass wir gleich in Schubladen («Ah, die Hysterische!») gesteckt werden. Auch wenn ich keine klassische Feministin bin, sehe ich jetzt, wie wichtig es ist, alte Muster zu hinterfragen und uns gegenseitig wirklich ernst zu nehmen und – nicht der Verlockung zu verfallen, zu meinen, vom Selben zu reden. Denn letztlich geht es um das Verständnis für jeden einzelnen individuellen Lebensweg und darum, uns auf Augenhöhe zu begegnen und dadurch Heilung und eben auch Verbindung zu erschaffen. In meiner persönlichen Beziehung sowie auch in meiner Arbeit mit meinen Paaren.

Und, um es wirklich «rund» zu machen, habe ich dir NEU den kostenfreien «Power-Couple-Guide» erstellt, der dazu dienen soll, dich mit deinem persönlichen Gefühl des Ärgers auseinanderzusetzen. Das beinhaltete PDF befasst sich anhand von Fragen mit der Herkunft deiner Wut sowie mit deinen Bewältigungsstrategien. Es und soll dir mehr Bewusstsein verschaffen, so, dass du vermehrt in Beziehung mit deinem Partner, deiner Partnerin bleiben kannst, statt dich in die Spirale von Verteidigung, Rückzug, Angriff und Anklage zu begeben. On Top findest du mein EFT-Tapping-Video, welches dir praxisnah aufzeigt, wie du genau dieses Ärgergefühl mittels der Klopfakupressur bearbeiten und dich selbst regulieren kannst. So, dass du liebevoll IN der Beziehung zu deinem Mann (oder deiner Frau) bleiben kannst, ohne wiederholt diese Distanz und somit den negativen Zyklus zwischen euch zu zementieren.

Ich sende dir ganz herzliche Grüsse und freue mich jederzeit auf deine Rückmeldung,
Susanne

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